Lohnt sich 2021 der Hauskauf?

Lohnt sich der Hauskauf 2021 noch

Immobilienblase, Immobiliencrash, oder eine Seitwärtsentwicklung der Immobilienpreise. Lohnt sich 2021 der Hauskauf?

2020 war in vielen Hinsichten ein außergewöhnliches Jahr. Coronakrise, Aktiencrash, gefolgt von einer starken Kursrallye und einer aggressiven monetären Expansion.

Die Faktoren, welche den Anstieg der Immobilienpreise treiben, sind aber nach wie vor in Kraft. Hier ein Überblick.

Geld entwertet sich weiter

Geld wird sich noch schneller entwerten als zuvor erwartet. Dies angesichts der zusätzlichen Stimulus Maßnahmen, welche zur Bekämpfung der Coronakrise eingesetzt wurden. So haben zum Beispiel die Vereinigten Staaten in den letzten Monaten mehr Geld gedruckt, als in den ersten zweihundert Jahren nach der Unabhängigkeit des Landes.

Anzahl der Haushalte steigt

Trotz einer leicht sinkenden Bevölkerungszahl erwartet das statistische Bundesamt in den nächsten 20 Jahren eine steigende Anzahl der Haushalte in Deutschland. Dies liegt vor allem am Anstieg der Single Haushalte, welche bis 2040 45.3% aller Privathaushalte darstellen werden, ein Anstieg von 33.6% im Jahr 1991.

Deutschlands Bevölkerung wird weiter wachsen

Zwar wurde im ersten Halbjahr 2020 zum ersten Mal seit 2011 ein Rückgang der Bevölkerungszahl beobachtet. Dies soll an den durch die Coronakrise verursachten Reiseeinschränkungen sowie an einer verzögerten Erfassung der Wanderungsfälle gelegen haben.

Doch Deutschland bleibt ein Zuwanderungsland, und das langfristige Bevölkerungswachstum wird daher oft unterschätzt.

Wohnraum bleibt zu knapp

Der bereits zu knappe Wohnungsmarkt wird noch knapper.

Zwar ist die Anzahl Baugenehmigungen in den letzten Monaten leicht gestiegen, die Fertigstellungen sind aber wesentlich niedriger. Der Bauüberhang steigt somit.

So liefen wegen der Coronakrise Ende November 2020 nur noch 18 Prozent der Baustellen ohne Einschränkungen. Außerdem sehen 80 Prozent der Projekte Verzögerungen bei Baugenehmigungen.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

Die eigenen vier Wände sind wichtiger geworden

Hinzu kommt angesichts der Coronakrise ein weiterer wichtiger Faktor: Nämlich die Tatsache, dass Lockdowns und Reiseeinschränkungen uns dazu gebracht haben, mehr Wert auf unsere eigenen vier Wände zu legen.

Viele benötigen nun ein Home Office (wie du dies steuerlich absetzen kannst, erfährst du hier) und allgemein verbringen wir mehr Zeit zu Hause. Viele sehnen sich auch nach einem privaten Außenbereich (Garten, Terrasse, Balkon), und die Nähe zum Arbeitsplatz ist weniger wichtig geworden.

Natürlich könnte sich das in den nächsten Jahren wieder ändern, jedoch wird dies kurz- bis mittelfristig zur erhöhten Nachfrage nach Eigenheimen im günstigeren Umland führen.

Gewerbeimmobilien unter Druck

Der Markt für Gewerbeimmobilien wird 2021 schwächer verlaufen als jener für Wohnimmobilien. Dies angesichts der steigenden Insolvenzen wegen der Coronakrise.

Betroffen sind vor allem die Gewerbeeinheiten von kleineren Läden, Bars oder Restaurants welche während der Lockdowns schließen mussten.

So ist 2021 auch mit einem Anstieg der Zwangsversteigerungen zu rechnen.

Büroimmobilien werden sich trotz allem erholen

Dass das Home Office das Büro zum großen Teil ersetzen wird ist jedoch ein Mythos.

Eine bundesweite branchenübergreifende Umfrage hat gezeigt, dass knapp 60 Prozent der Befragten die Möglichkeit einer permanenten Beschäftigung im Home Office ablehnen.

Wo sich der Hauskauf 2021 noch lohnt

Besonders interessant bleiben Immobilien im Umland von wachsenden Großstädten. Dies gilt vor allem für B- und C-Städte, wo im Gegensatz zu A-Städten die Immobilienpreise im Umland noch nicht so stark angezogen haben.

Also zum Beispiel die Regionen um Leipzig und Dresden in Sachsen. Außerdem bergen kleinere Städte wie Chemnitz oder Wolfsburg aufgrund der noch relativ niedrigen Immobilienpreise und des potenziellen Wirtschaftswachstums großes Potenzial.

In Großstädten wie Berlin, München, Hamburg oder Frankfurt ist mehr Vorsicht geboten. Zwar können auch dort noch interessante Investments gefunden werden. Es muss aber besonders auf die Lage, die potenzielle Rendite und das Wertsteigerungspotenzial geachtet werden.

In der Hauptstadt bleibt die strikte Regulierung des Wohnungsmarkts – insbesondere der Berliner Mietendeckel – eine Herausforderung.

Fazit: Immobilienpreise könnten 2021 weiter steigen

Angesichts der oben besprochenen Faktoren ist 2021 ein Immobiliencrash äußerst unwahrscheinlich.

Ein schwächerer Markt für Gewerbeimmobilien wird langfristig Chancen bergen. Und die Preise von Wohnimmobilien könnten 2021 weiter leicht steigen.

Zum Schluss muss beobachtet werden, dass die Bundestagswahl im Herbst 2021 ein gewisses Risiko mit sich bringt. Sollte es zu einer rot-rot-grünen Mehrheit kommen, würde dies insbesondere für den Wohnungsmarkt ein Risiko darstellen. Da mehr Regulierung aber tendenziell die Wohnungsknappheit verschärft, würde auch dieses Szenario kaum zu einem signifikanten Einbruch der Immobilienpreise führen.

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