Aktien oder Immobilien? Was du beachten musst

Aktien oder Immobilien

Immobilienpreise in Deutschland sind stark gestiegen, manche reden sogar von einer Immobilienblase. Und viele Aktienindizes waren, bis vor Kurzem, auf einem Allzeithoch, sind aber wegen Coronavirus Ängsten in den letzten Wochen signifikant gefallen.

Wie zuvor besprochen gibt es nach wie vor attraktive Immobilien Investments in Deutschland. Es geht nur darum, den Markt gut recherchiert zu haben und auf das Wertsteigerungspotenzial zu achten. Je nach Lage können außerdem Renditen von noch über 5% erwirtschaftet werden.

Andererseits zahlen sich auch Aktieninvestments – sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten – langfristig fast immer aus. Aber genau wie bei Immobilien ist hier Geduld nötig: Du solltest dich nie darauf verlassen, dass du mit Aktien unbedingt schnelle Gewinne machen kannst.

Hier bespreche ich die Vorteile sowohl von einem Immobilien Investment als auch von einem Aktien Investment, und auch welche Nachteile das eine gegenüber dem anderen hat.

Vorteile von einem Immobilien Investment

  • Kaufen und Halten fällt leichter: Zwar steigt oder sinkt der Wert deiner Immobilie auch mit der Zeit, jedoch unterliegst du hier nicht täglichen Fluktuationen und der Volatilität des Preises. Denn diese könnten dich belasten und schlussendlich dazu führen können, dass du zu einem schlechten Zeitpunkt (also mit Verlust) aus reiner Frustration die Aktien verkaufst.
  • Größerer Hebeleffekt als bei Aktien: Bei einem Hauskauf kannst du bis zu 100% Fremdkapital aufnehmen, um diesen zu finanzieren. Aktien kannst du zwar auch auf Marge kaufen („Marginhandel“ – also auf Kredit) erhalten, dieser liegt aber meistens bei höchstens 50% des Gesamtbetrags: Dein Broker leiht dir in diesem Fall nochmals soviel, wie du bereits auf dem Aktienkonto hast.
  • Stabile Rendite: Im Gegensatz zu Aktien ist das Risiko einer signifikanten Änderung der Rendite deiner Immobilie (also der Mietzahlungen) geringer. Bei Aktien kann eine Senkung der Dividende nicht nur zu einer niedrigeren Rendite führen, sie wirkt sich außerdem meistens auch negativ auf den Aktienkurs aus. Hast du die Firmen, deren Aktien du kaufst, also nicht gut genug recherchiert, kann dieses Investment richtig schief gehen.
  • Bessere Kontrolle, weil du bzgl. Miete, Sanierung, Verwaltung direkt Entscheidungen treffen kannst. Denn im Gegensatz zu einem Aktieninvestment bist du beim Hauskauf der Chef: Du kannst bestimmen, welche Mieter einziehen, ob und wann saniert wird und wann die Miete erhöht wird. Bei einem Aktieninvestment bist du sozusagen dem Management Team der Firma ausgeliefert. Umso wichtiger ist es, auch hier nur in Unternhemen zu investieren, welche auch ein solides, zuverlässiges Management Team haben.
  • Steuerfreie Veräußerung nach Ende der Spekulationsfrist: Im Gegensatz zu Aktiengewinnen oder Dividenden, welche immer der Abgeltungssteuer unterliegen, kann eine Immobilie im Privateigentum nach zehn Jahren steuerfrei veräußert werden. Mehr dazu in meinem separaten Artikel zu dem Thema.

Vorteile von einem Aktieninvestment

  • Zugriff auf Liquidität: Du kannst jederzeit kaufen oder verkaufen. Also ganz anders als bei einem Immobilien Investment, bei dem du mit mehreren Monaten rechnen musst, bis die Immobilie veräußert wurde und das Geld auf deinem Konto liegt.
  • Kein Verwaltungsaufwand, also keine plötzlichen Dachreparaturen, Wasserschäden oder Probleme mit Mietern. Wichtig ist aber, dass dein Aktienportfolio richtig aufgebaut und diversifiziert ist, damit es auch bei einem Abschwung einigermaßen wasserdicht ist. Also z.B. nicht dein ganzes Geld in eine einzige Firma oder einen einzigen Sektor (z.B. Technologie Aktien) investieren.
  • Potenzial für noch höhere Renditen, wenn du Aktien mit nachhaltigen, wachsenden Dividendenausschüttungen kaufst. Diese können bei Aktien sogar zwischen 5% und 10% liegen. Bei Immobilien in Deutschland sind solche Renditen heutzutage selten.
  • Größeres kurzfristiges Gewinnpotenzial: In einem guten Marktumfeld oder bei positiven Nachrichten (hervorragende Quartalszahlen, Aufkauf der Firma) kannst du bei Aktien sehr schnelle Gewinne erzielen. Natürlich gilt das auch umgekehrt: Deine Aktien könnten von einem Tag auf den anderen stark fallen.

Fazit: Immobilien und Aktien als ein Portfolio betrachten

Die richtige Antwort ist, dass du im Idealfall etwas von beidem haben solltest. Ja nie all dein Geld in Immobilien binden. Die Gefahr ist dann groß, dass du bei unerwarteten Rechnungen schnell in einen Liquiditätsengpass gerätst. Andererseits bist du bei einem Portfolio, dass nur in Aktien investiert ist, einem Markteinbruch trotz Diversifikation allzu sehr ausgeliefert.

Ein kleines Aktienportfolio lohnt sich immer, vor allem um einen besseren Ertrag auf dein Geld zu verdienen. Daher lohnen sich ganz besonders Aktien mit hohen Dividendenrenditen. Außerdem erlauben dir Aktien, den Zugriff auf Liquidität zu haben, wenn du sie mal dringend brauchst.

Auf deinem Bankkonto solltest du in dieser Niedrigzinsphase nur soviel, wie du für deinen täglichen Bedarf und auch für allfällige unerwartete Rechnungen für deine Immobilie benötigst (Türersatz bei Einbruch, Dachschaden, etc).

Wichtig ist es, dass du also deine Investments ganzheitlich betrachtest und auf sowohl Immobilien und Aktien verteilst, soweit du es kannst. Ist es für einen Hauskauf bei dir noch zu früh, könnte es sich lohnen, Immobilienaktien in Betracht zu ziehen.

Mehr dazu, wie du Aktien richtig aussuchst und bewertest in meinem Quora Artikel zu dem Thema.

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